Lieselmania Teil 1

Hallo alle zusammen,

und ein frohes neues Jahr wünsche ich noch.
Mein letzter Beitrag ist ja nun schon eine ganze Weile her. Aber die Seite ist seither grundlegend umgebaut worden. Der Shop wured integriert, und ich habe den Sommer damit verbracht, Kinder glücklich zu machen, indem ich viele Schultüten genäht haben. Wer mir auf Facebook oder Instagram folgt, konnte das ganz gut miterleben.

Nachdem ich dann ab dem Spätsommer Gesundheitlich ziemlich angeschlagen war, starte ich nun schmerzfrei und hochmotiviert ins neue Jahr.

Immer schon habe im Netz Werke Bewundert, die mit Hand genäht wurden. Englisch nennt sich das ganze „paperpiecing“, in Deutschland wird es auch „lieseln“ genannt.

Nachdem ich letzte Woche eine Bekannte besucht hatte, und sie sagte, sie müsse mit was zeigen, und mir kurzfristig die Kinnlade runterklappte, war ich entschlossen, jetzt auch endlich mal anzufangen. Sie hatte nämlich im letzten Jahr 365 Blüten genäht. Mit Hand versteht sich ?

Eine Blüte besteht aus 7 Hexagon, eins mittig, und 6 rundherum

Da ich das noch nie gemacht habe, und die meisten Anleitungen im Netz dazu auf englisch sind, und mein Englisch nicht das tollste ist, werde ich es einfach mal ausprobieren, so wie ich meine, es verstanden zu haben.

Ihr seid herzlich eingeladen, mich dabei zu begleiten, zu zu sehen, mit anzufangen, oder auch gerne Tipps oder Anregungen zu geben.

Ich werde zunächst bei den Hexis bleiben, es gehen aber auch andere Formen, wie Rauten, Dreiecke oder sogar Runde formen.

Dabei kann man verschiedene Methoden anwenden. Ich werde alle nach und nach ausprobieren und euch hier vorstellen.

Heute Methode 1 in 2 Varianenten:

Wie schon gesagt, fange ich zunächst nur mit Hexagon an. Damit man schöne gerade Nähte bekommt, wird der Stoff um eine Schablone aus Papier gefaltet – paper piecing halt, im Englischen macht das Ganze auch Sinn. Woher der deutsche Name Lieseln kommt, muss ich noch mal erforschen.

Bevor es los gehen kann, braucht ihr also:

  • Papierchen, um die der Stoff kommt
    •  fertige im Netz bestellen
    • im Netz ausdrucken, und selbst auschneiden (das habe ich fürs Erste gemacht)
    • mit einer Stanze ausdrucken (sie ist bestellt, werde ich euch noch vorstellen)
  • Schablone, zum Zuschneiden der Stoffe
    • Die Schablone muss etwas größer sein, als das Papierchen. Hierfür einfach das Papierchen auf ein Stück Pappe legen, und mit einem Geodreieck mit etwa 5-10 mm Abstand drum herum malen. Siehe unten!
  • Stoffe (ideal sind für den Anfang Stoffreste)
  • Bleistift
  • Stoffschere
  • Nähnadel(n)
  • dünnes Garn
  • falls vorhanden, Wonderclips oder Büroklammern

 

Variante 1.1.:

Hier seht ihr meine Schablone in schwarz und darauf das weisse Papierchen, um dass ich gleich den Stoff falten werden. Ich hatte gerade mein Nählineal in Griffweite, daher beträgt meine Nahtzugabe 1/4 inch (ca 6, mm). Anfängern empfehle ich etwas mehr zu nehmen. 1cm etwa

 

 

 

 

 

 

Konturen mit Bleistift auf den Stoff übertragen und ausschneiden

 

 

 

 

 

 

 

 

Tadaaa! Ich bereit für das erste Hexi

 

 

 

 

 

 

 

Nach und nach die Seiten um das Papierchen falten, und die Ecken mit Klammern fixieren.

 

 

 

 

Bei dieser ersten Variante, habe ich komplett durch den Stoff und das Papier gestochen, und auf der Oberseite den Faden bis zur nächsten Ecke gezogen. Von unten sieht man in den Ecken nur kleine Fadensprünge

 

Von oben sieht das ganze dann so aus.

Das Fadenende durch die Nahtzugabe in die Mitte auslaufen lassen, und etwa 3-4 cm lang lassen, abschneiden, fertig.

Die Klammern können jetzt entfernt werden.

Der Stoff ist fest ums Papier fixiert, und bleibt ohne Klammern in Form. Das Papier bleibt noch drin

 

 

 

 

 

Das war meine Mitte, jetzt geht es an die 6 Blütenblätter die rundherum kommen. Alles wiederholen, wie bisher. Jedes Einzelne zunächst fertig mit einem Faden fixieren, wie oben beschrieben.

 

So kann man Platz-/Stoffsparend ausschneiden. Wenn man Wert darauf legt, welche Stoffmuster auf dem Hexi zu sehen sein soll, muss man in Kauf nehmen, dass entsprechender Verschnitt entsteht.

 

 

Man kann natürlich erstmal einen ganzen Schwung Hexis vorbereiten, aber ich will natürlich erstmal eine Blüte zusammennähen, um auch diesen Arbeitsschritt auszuprobieren, und euch zu zeigen.

Und los gehts mit 2en. Die werden jeweils mit den schönen Seiten aufeinandergelegt, und dann an der Kante entlang mit engen Stichen zusammengenäht, ohne dabei das Papier zu durchstechen. Meine Hexis haben einKantenlänge von 25 mm, und ich habe für euch mitgezählt. Ich habe auf diese Länge zwischen 18-25 Stiche genäht.

 

So sieht es dann von vorne aus. Es sind kleine Verbindungsfäden zu sehen. Ob es noch einen Trick gibt, anders zu nähen, damit man die nicht sieht, versuche ich rauszufinden.

und von hinten sieht es so aus:


Alle nacheinander um das mittlere drumherum befestigen.

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Zum Schluss noch die Blüten miteinander verbinden. I

In welcher Reihenfolge ihr beim zusammennähen vorgeht, ist einfach Geschmacksache, denke ich.

 

So sieht dann die fertige Blume aus. Von vorne und von hinten

 

 

Variante 1.2:

Hier wird nicht durch das Papier gestochen, sondern nur kleine Stiche, um beide Stofflagen in den Ecken zu fixieren, und den Faden bis zum nächsten Eckpunkt ziehen. Auf der Vorderseite sieht man hierbei nichts.

Nochmals zum Verständnis. Diesmal habe ich wirklich nur von der Rückseite genäht, ohne durch das Papier auf der Vorderseite auszukommen. Wichtig ist, dass ihr in den Eckpunkten beide Stofflagen erwischt, damit es auch wirklich hält.

Von vorne sieht man nichts 😉

Das zusammennähen der Hexis erfolgt wie oben beschrieben, daran ändert sich nichts. Immer schön aufpassen, dass man dabei nicht durchs Papier sticht.

Auch sieht man tatsächlich meine Fäden vom zusammennähen gar nicht mehr so arg, wie beim ersten, oder? Also, Übung macht den Meister 🙂

 

Und wozu das Ganze? Wo ist da der Unterschied?

Ich zeige euch jetzt zum Schluss noch, wo der Unterschied liegt, ob ihr durch das Papier stecht, oder nur auf der Unterseite arbeitet.

Bei der ersten Variante, in der durch das Papier auf die Vorderseite gestochen wurde, muss hinterher der Fixierfaden entfernt werden, um das Papierenen zu entfernen. Zudem wird die Nadel schneller stumpf.

Ja wirklich! Die Papiere werden entfernt. Sonst würde es ganz schon knistern, und spätestens nach der ersten Wäsche würde es Probleme geben 😉 Ich will das nur nochmal erwähnt haben, da mich mehrere darauf angesprochen haben. Es war demnach nicht allen so klar 😉

Dahingegen muss bei der zweiten Variante, bei der wir ja nur auf der Rückseite gearbeitet haben, der Faden nicht entfernt werden. Er kann einfach bleiben. Das Papierchen kann ohne Faden zu lösen entfernt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gelb Variante 2, weiss Variante 1

 

Die Papiere können entfernt werden, wenn an allen Kanten weitere Hexis/Formen angenäht wurden.

Dazu ist es ganz praktisch, wenn man sich vorher mittig ein kleines Loch schneidet.

Und man spart sich Papier, denn die können dann gleich wiederverwendet werden.

 

 

 

 

 


 

Soviel zur ersten Methode. Welche ich zukünftig nutzen werde, habe ich für mich noch nicht endgültig entschieden. Beide haben ihre Vorteile. Ich werde wohl noch ein paar machen, und sehen, welche mir leichter von der Hand geht.

 

Wer mag mit mir lieseln?

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Jetzt werde ich die Methode 2 vorbereiten und wieder in Bildern für euch festhalten.

Bis dahin wünsche ich euch fröhliches lieseln 😉

Eure

Ina

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